Hohe Raumtemperaturen als Kündigungsgrund



Gem. § 569 BGB kann der Mieter ein Mietverhältnis außerordentlich und fristlos kündigen, wenn die Benutzung der gemieteten Räume mit einer erheblichen Gefährdung der Gesundheit verbunden ist. Dazu zählen nach zwei Urteilen des OLG Naumburg und des OLG Düsseldorf auch extrem hohe Raumtemperaturen, die trotz eines nur durchschnittlichen Sommers in den Mieträumen auftreten. So hat das OLG Düsseldorf ein außerordentliches Kündigungsrecht des Mieters bejaht, nachdem in den für eine Drogerie gemieteten Räumen an 45 Tagen Raumtemperaturen von über 26° C aufgetreten sind. In dem der Entscheidung des OLG Düsseldorf zugrunde liegenden Fall lagen die Raumtemperaturen sogar über mehrere Monate bei 35° C (OLG Naumburg, Urteil v. 17.06.2003, 9 U 82/01, NZM 2004, 343, OLG Düsseldorf, ZMR 1998, 622).

Folgende Urteile zum Mietrecht könnten Sie ebenfalls interessieren

Geruchsbelästigung durch verwahrloste Wohnung rechtfertigt fristlose Kündigung, AG München, Urteil vom 08.08.2018 -416 C 5897/18 - Der Fall: Zwischen den Parteien besteht ein Mietverhältnis vom November 1996. Mit Schreiben vom 30 Januar 2018 be...
BGH, Beschluss vom 03.03.2009 VIII ZR 247/08 Der Wohnbedarf eines Schwagers des Vermieters kann Eigenbedarf zumindest dann begründen, wenn ein besonders enger Kontakt besteht (Leitsatz des Verfassers).   Die Beklagte zu 1 war seit 1990 Mi...
BGH, Urteil vom 23. 6. 2010 - VIII ZR 227/09 Der BGH hat heute (BGH, Urteil vom 23. 6. 2010 - VIII ZR 227/09) entschieden, dass eine Betriebskostenabrechnung in der mehrere Gebäude oder Gebäudeteile einer Wohnungseigentumsanlage zu einer Abrechn...
Kein Abschluss mit Erbengemeinschaft Sind beim Tod des Erblassers mehrere Erben vorhanden, entsteht kraft Gesetz eine Erbengemeinschaft, die erst durch Auseinandersetzung des Nachlasses beendet wird. Die Erbengemeinschaft unterscheidet sich somit ...
Kontakt
Kanzlei für privates Immobilienrecht Harald Spöth - Ihr Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht in München
Kontakt und Anfahrt