Beseitigungsklage

Frage:

Mein Miteigentümer hat auf dem Balkon eine Parabolantenne angebracht. Hierfür hat er keinen genehmigten Beschluss der Wohnungseigentümer. Was kann ich tun, wenn die Parabolantenne von der Straße her sichtbar ist und mich stört?

Antwort:

Jeder Eigentümer hat einen Anspruch auf Beseitigung der Parabolantenne aus §§ 15 Abs. 3, 14 Nr. 1 WEG, § 1004 Abs. 1 BGB. Eine angebrachte Parabolantenne widerspricht der Beschlusslage der WEG, insbesondere dann, wenn sie von außen sichtbar angebracht ist.

Das sichtbare Anbringen einer Parabolantenne führt zu einer vermeidbaren Beeinträchtigung aller anderen Wohnungseigentümer, weil dadurch das äußere Erscheinungsbild der Wohngebäudes verändert und die Symmetrie der Fassade gestört wird. Das Anbringen einer Parabolantenne stellt eine bauliche Veränderung dar.
Das Direktionsrecht der Eigentümer wird durch die Anbringung einer Parabolantenne ohne Genehmigung der Gemeinschaft der Eigentümer beeinträchtigt, AG München Urteil vom 29.06.2011, Az.: 482 C 33369/10 WEG. Selbst wenn der Miteigentümer einen Anspruch auf Anbringen der Parabolantenne hätte, so bleibt es der Gemeinschaft der Eigentümer überlassen, wo sie das Aufstellen einer Parabolantenne genehmigen.
Er können dem Anspruch auf Beseitigung der optischen Beeinträchtigung auch nicht entgegenhalten, dass diverse Parabolantennen am streitgegenständlichen Anwesen angebracht sind. Eine Gleichbehandlung im Unrecht gibt es nicht, AG München Urteil vom 29.06.2011, Az.: 482 C 33369/10 WEG.

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